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Abschied von der Glühbirne. Ein Nachtrag.

Kohlefadenlampe

In unseren im Herbst 2008 erschienenen Hausnachrichten haben wir ausführlich über das anstehende Glühbirnenverbot berichtet.
Der Text rief einige Resonanz hervor, wobei uns teils glühende Zustimmung, teils vehemente Ablehnung entgegenschlug und man uns unter anderem auch vorwarf, wir seien lediglich im Wertkonservatismus versunken. Mit Wertkonservatismus hat unsere Haltung jedoch nichts zu tun – im Gegenteil: Sein Ziel wäre ja gerade, die in einer Gesellschaft existierenden Wertvorstellungen zu bewahren.

Zu denen gehört zweifellos seit mindestens zehn Jahren eine immer verbissenere und fast schon pervertierte Öko-Ideologie, gepaart mit der Allmachtsphantasie, der Mensch sei erstens allein verantwortlich für den Klimawandel und könne ihn zweitens aus eigener Kraft abwenden. Wir haben nur darauf hingewiesen, daß dies mit Sicherheit nicht durch die Wahl von Leuchtmitteln geschieht und uns dafür eingesetzt, daß man diese Wahl in Zukunft überhaupt noch haben wird. Letztlich ist es uns ebenso egal, womit Sie als freier Bürger Ihre E27-Fassungen zu bestücken sich vornehmen, wie es der galoppierenden Wildwütigkeit einer auf Weltrettungsutopien gerichteten Reglemtierungsbürokratie sein sollte. Die geäußerte Kritik an Energiesparlampen sollte lediglich zur sinnvollen Wahl zwischen bestehenden Alternativen ermutigen.

Noch einmal: Strom zu sparen, ist auch aus unserer Sicht gut und richtig, aber dies durch einen Verbotskatalog durchsetzen zu wollen, halten wir schlicht für undemokratisch, paternalistisch und freiheitsberaubend. Wer Birnenverbote zuläßt oder sogar gutheißt, darf sich nicht wundern, wenn er sich in einigen Jahren mit nächtlicher Stromsperre konfrontiert sieht oder ihm der Staat nach der dritten Tasse die Kaffeemaschine abstellt.

Unsere Gesellschaft ist auf dem Grundprinzip der Freiheit aufgebaut, und es geht uns um nicht mehr, aber auch nicht um weniger als den schleichenden Verlust bürgerlicher Handlungsspielräume. Die Frage der Wohnraumbeleuchtung ist zudem energiewirtschaftlich ein Nebenschauplatz. Glühbirnen geben Licht und Wärme ab, und wenn sie in Gebäuden eingesetzt werden, kommt ihre Energieabstrahlung der Heizung zugute. Was die Eigenschaften des abgegebenen Lichts betrifft, lassen sich Edisonlampen nur in bestimmten Anwendungsbereichen durch Energiesparlampen ersetzen, meist unter Inkaufnahme deutlicher Abstriche in der Lichtführung und Raumästhetik. Und daneben gibt es auch Einsatzbereiche, in denen die Energiesparlampen den herkömmlichen Glühbirnen auch in (energie-)technischer Hinsicht deutlich unterlegen sind.

Inzwischen regt sich auch von anderer Seite Mißmut gegen das Leuchtmitteldiktat: Die Zeitschrift Ökotest hat nachgewiesen, daß Energiesparlampen gar nicht so sparsam sind, wie sie tun. Zudem wurde ruchbar, daß die Lebensdauer herkömmlicher Glühbirnen in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter (möglicherweise mutwillig) verkürzt wurde. Die Vehemenz, mit der den Energiesparlampen das Beleuchtungsmonopol zugeschanzt werden soll, läßt auch noch eine weitere Überlegung zu: In der EU-Verordnung über das Verbot des Einsatzes gesundheitsgefährdender Substanzen wird auch die Verwendung von Quecksilber verboten. Unter den vorläufigen Ausnahmen finden sich insbesondere kompakte Quecksilberdampf-Leuchtstofflampen, die sogenannten „Energiesparlampen“.

Für die Leuchtmittelindustrie ist jedoch absehbar, daß das Verbot früher oder später auf alle Leuchtstofflampen ausgedehnt wird und ihr damit eine große Einnahmequelle verlorengeht. Ihr bleibt daher nur die Flucht nach vorne, um die teuren, giftigen und nur bei Dauerbeleuchtung stromsparenden Quecksilberdampflampen als vermeintliche Rettung vor der CO2 -Katastrophe durchzudrücken – in Brüssel per Lobbying und publizistisch mit allen Mitteln einschließlich Astroturfing. Mehr zum Thema: Unter www.lichtbiologie.de und www.baubiologie.de gibt es weitergehende Informationen zum Vergleich verschiedener Leuchtmittel.

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