Die Klingenform kommt vom professionellen „Couteau de chef“: hier lediglich etwas kürzer gestaltet und weniger schwer. Die breite, bis zur Messerspitze schüssig verlaufende Klinge (bis zu 2,8 mm stark) ermöglicht die sichere Führung des Messers an der Hand, die das Schneidgut hält. Mit der bogenförmig zur Messerspitze hin verlaufenden Klingenkontur eignet es sich außerdem gut als Wiegemesser. Kohlenstoffstahl, blaugepließtet. Heftschalen feinpoliertes Pflaumenbaumholz. Klingenlänge 17,5 cm, Gesamtlänge 29 cm. Gewicht 130 g.
Dank der sehr hohen Härte
von 60 Rockwell (HRC)
halten die – elastischen, im Herderschen Dünnschliff geschliffenen
und blaugepließteten
– Klingen der Messer ihre Schärfe deutlich
länger. Im Bearbeitungsprozeß bleibt
das Gefüge feinkörnig und kann sehr
viel dünner geschliffen werden als üblich - hier ist es der berühmte Herdersche
Dünnschliff, der die blaugepließteten
Klingen besonders schneidfähig
macht. Ein Messer, das nahezu allen Schneidaufgaben
in der Küche gewachsen ist.
Blaugepließtet.
Pließten nennt man in Solingen das
Glätten der auf der Klinge verbliebenen
Schleifriefen,
den Feinschliff also. Die
aufwendigste Stufe der Pließttechnik
ist
das Blaupließten.
Dabei wird der Stahl
in mehreren Durchgängen
Stufe um
Stufe mit einer Körnung von 180 bis
320 feiner geschliffen. Die Klinge wird
dadurch noch feiner und etwas weniger
korrosionsanfällig. Daß sie blaugepließtet
ist, erkennen Sie daran, daß sie im
Licht leicht bläulich spiegelt.
„Nagelgehend und schrammenrein“: der Herdersche Dünnschliff.
Bemerkenswert sind die Windmühlenmesser
von Robert Herder in Solingen
nicht allein wegen des Messerstahls
(mindestens 0,75% Kohlenstoffanteil
und eine Härte von mindestens 56 HRC
bei den Kohlenstoffstählen), sondern
vor allem wegen der handwerklichen
Zurichtung,
die keine der traditionellen
schleiftechnischen Mühen scheut:
Windmühlen-Messer werden in einem
sehr schlanken Schleifwinkel extrem
dünn ausgeschliffen. Daraus resultiert
ihre verblüffende Schneidfähigkeit, die
im Gebrauch ein Erlebnis ist.
Die aufwendigste Art des Schliffs ist die
des Walkschliffs, einer besonderen Art
des Dünnschliffs nach der Kesselschen
Methode, bei der die Klinge zum Messerrücken
hin verjüngt geschliffen wird.
Nicht rostfrei – aber wirklich scharf. Messer aus Kohlenstoffstahl.
Das traditionelle Material für Messerklingen
ist der Kohlenstoffstahl.
Dieser
ist nicht rostfrei, läßt sich jedoch bei
feinkörnigem Gefüge besonders hoch
härten und extrem scharf zurichten.
Dabei gilt: Je höher der Kohlenstoffanteil,
desto höher kann gehärtet werden.
Ihre hohe Schneidfähigkeit verdanken
diese Messer neben der Zurichtung
also dem Material, ihre hohe Schneidhaltigkeit
einem materialbedingten
Selbstschärfeffekt: die Klinge nutzt sich
im Gebrauch gleichmäßig ab, der spitze
Schneidwinkel
bleibt so immer erhalten.
Klingen aus Kohlenstoffstahl setzen mit
der Zeit eine dunkle Patina an – die
ihre Qualität jedoch keinesfalls negativ
beeinflußt, sondern ihnen im Gegenteil
einen besseren Schutz gegen Korrosion
verleiht.
Kohlenstoffstahlmesser gehören nicht in die Spülmaschine. Wischen Sie das Messer nach dem Abspülen trocken ab (wird es längere Zeit nicht benutzt, reiben Sie die Klinge mit etwas Klingenöl ein).
Aufgrund der hohen Härte sollte dieses Messer beim Schneiden nicht gedreht oder verkantet werden, da dies zu Ausbrüchen an der Klinge führen kann.
Küchenmesser – der Unterschied.
Bei Messern liegen Welten zwischen
einem handwerklich gearbeiteten
Qualitätsprodukt und billiger Massenware.
Sie merken es bei jedem
Schnitt.
Die Stähle: feinkörnig oder rostbeständig.
Härte, Zähigkeit und Elastizität
sind Eigenschaften,
die zwar
schon im ursprünglich weichen
Eisen
schlummern,
aber erst durch
mannigfaltige
metalltechnische
Verfahren geweckt
werden. Ein
feinkörniges Gefüge, hohe Härte
und elastische Bruchfestigkeit
kennzeichnen
einen guten Messerstahl; optimal vereinigt
sind diese Eigenschaften
in den Werkzeugstählen
mit
relativ hohem Kohlenstoffanteil.
Diese
klassischen Messerstähle sind allerdings
nicht rostfrei, weshalb sie – vor
allem wegen mangelnder Tauglichkeit
für die Spülmaschine – in den letzten
Jahrzehnten von hochlegierten Stählen,
die zwar rostbeständiger,
dafür aber
grobkörniger
und weniger hoch härtbar
sind, fast vollständig aus der Messerproduktion
verdrängt
worden sind.
Kenner
haben das immer bedauert.
Die Bearbeitung: geschmiedet oder gewalzt.
Professionelle Kochmesser sind
extremen
Belastungen ausgesetzt. Sie
werden geschmiedet,
also in einem
plastisch formenden Verfahren erzeugt,
bei dem das Material unter Hammerschlägen
so lange gestaucht, gestreckt und verdichtet wird, bis es in Form und
innerem Gefüge optimal der späteren
Funktion entspricht. Messer für geringere
Anforderungen werden aus
gewalztem Plattenmaterial geschnitten,
einfache aus Stahlbändern gestanzt.
Die Zurichtung: „haarscharf“ bis zur Schrammenreinheit.
Ob geschmiedet oder gestanzt: Seine
endgültige Qualität erhält ein Messer
erst durch die Zurichtung in der
Schleiferei.
Dort wird die Geometrie
der Klinge festgelegt und die „Wate“
(Schneide) aufgebaut, die bei feinen
Messern und schlanken Schliffwinkeln
bis zu 1/400 mm dünn wird. Abschließend
wird die Oberfläche
bearbeitet,
bis für Hand und Auge keine
Schleifriefen
mehr zu erkennen sind.
Unser Sortiment.
Wir haben unser Messer-Sortiment
mit Augenmerk auf Material, Bearbeitung
und Zurichtung aufgebaut:
Kohlenstoffstahlmesser
aus gewalzten Stählen
aus dem 1872 gegründeten Solinger
Betrieb Robert Herder, wo zwei
Schleiftechniken
gepflegt werden, die
andernorts längst verschwunden sind:
der „Herdersche
Dünnschliff“ und
der „Walkschliff“.
Gewalzte
Edelstahlmesser von Herder und
Güde und geschmiedete Edelstahlmesser,
ebenfalls von Güde in
Solingen.
Als Beispiel höchster Messerschmiedekunst
bringen wir außerdem
japanische
Kohlenstoffstahlmesser.
19.06.2010 von Edwin Pusch
7 von 9 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Das Messer ist eigentlich sehr gut und schneidet alles in der Küche. Leider bricht die dünne Klinge sehr leicht aus, z. B. bei eine Berührung mit einem Stückchen Knochen beim Speckschneiden. Nachdem ich dem Schaden an der Schleifmaschine ausgeschliffen habe (Tiefe 3mm), hält die Schneide die Schärfe lange nicht mehr so gut wie zuvor. Wahrscheinlich ist die Schneide ausgeglüht.
enthält kein Produkt.