Lederwaren aus Pferdeleder sind so selten und luxuriös, weil nur bestimmte kleinere Hautpartien einer speziellen Rasse von Kaltblütern verarbeitet werden können: Daher auch der dreiteilige Zuschnitt dieser Gürtel. Das Oberleder ist Pferdeleder, das Feintäschner Kreis aus Chicago bezieht; das Innenleder ist Rindleder der Gerberei Rendenbach. Daß diese Gürtel von erhabener Qualität und Haltbarkeit sind, versteht sich von selbst.
Zweilagig. Pferdeleder, vegetabil gegerbt. Futter Rindleder altgrubengegerbt. Schließe aus hochwertigem Messingguß, vernickelt und von Hand gebürstet. Breite 3,5 cm.
Bei diesem Gürtel werden die Kanten passend eingefärbt und anschließend in mehreren Arbeitsgängen gewachst und poliert. Mit seiner schmaleren Form läßt er sich gut zur Anzughose tragen.
Lederwaren aus Pferdeleder sind so selten und luxuriös, weil nur ganz bestimmte kleinere Hautpartien einer speziellen Rasse von Kaltblütern zu wirklich anspruchsvollen Lederwaren verarbeitet werden können: die ovalen Shells auf den Kruppen der Pferde. Aus ihrer geringen Größe ergibt sich auch der dreiteilige Zuschnitt dieses Gürtels. Kreis bezieht das grubengegerbte Shell-Cordovan-Leder, das er als Oberleder für unseren Gürtel verwendet, von der seit 1905 auf Pferdeleder spezialisierten Gerberei Horween aus Chicago. Das Leder ist von einer überdurchschnittlich haltbaren Qualität – die Faserstruktur ist dicht und fest. Der Farbauftrag erfolgt von Hand; als die Shell-Cordovan-Farbe schlechthin gilt das Oxblood, ein tiefes Bordeauxrot. Das Futterleder ist aus ebenfalls sehr seltenem und (zeit-)aufwendig altgrubengegerbtem Rindleder der Gerberei Rendenbach. Beide Leder werden in feinster Täschnerarbeit offenkantig vernäht, die Kanten sind farblich passend eingefärbt, gewachst und poliert. Der seidenmatte Charakter der Oberflächen wird durch mechanisches „Glanzstoßen“ erreicht.
Funktionale Aspekte bestimmen neben der Haptik und Optik die Auswahl der Leder für Gürtel, Taschen und Kleinlederwaren. Dabei finden unvergleichlich festes und widerstandsfähiges Ochsenleder, klassisches, hochwertiges Rindleder, äußerst feinporiges Kalbleder, gleichermaßen robustes wie weiches Elchleder und ewig haltbares, dabei jedoch sehr feines und glänzendes Pferdeleder Verwendung; ebenso das weiche Leder von Ziege und Hirsch.
Die einlagigen Gürtel bestehen
aus einem zugeschnittenen Lederstreifen
mit geschliffenen oder polierten
und passend eingefärbten Kanten. Bei
ihnen kommt es besonders auf das
Leder an, dessen Oberfläche außen wie
innen sichtbar bleibt. Die mehrlagigen
Gürtel wirken durch die Kombination
aus Ober- und Futterleder vom Schnitt
und der Verarbeitung her eleganter. Neben der Qualität des Leders
ist bei ihnen auch die Verarbeitung von
Bedeutung – so sind unsere Gürtel
sämtlich genäht und nicht etwa geklebt.
Zweilagige Gürtel bestehen
aus einem miteinander vernähten Ober- und
Futterleder.
Dreilagige Gürtel besitzen
darüber hinaus eine zusätzliche
Einlage. Durch sie wirkt das Oberleder
aufgewölbt, man spricht von bombierten
Gürteln. Die Einlage ist bei besonders
hochwertigen Gürteln
aus Leder, sie kann aber auch
aus einem speziell dafür entwickelten
haltbaren Fasermaterial bestehen.
Die Gürtellänge bezeichnet die Länge von der Innenkante der Gürtelschließe bis zum mittleren Gürtelloch. Diese Länge sollte der Bundweite der Hose entsprechen. Geben Sie bei Ihrer Bestellung zur Sicherheit bitte immer auch Ihre Bundweite an.
Pferdeleder hat einen herstellungsbedingt hohen Wachsgehalt. Zusätzliches Fetten, etwa mit Schuhcreme, macht das Leder stumpf. Die Gürtel können mit einem Wolltuch einfach poliert werden.
Die Gerbung ist
der Prozeß, in
dem Tierhaut
ihre Beständigkeit
gegen
Wasser und
Fäulnis erhält.
Eiweißfaser
wird dabei in
Lederfaser umgewandelt
– ein
Prozeß übrigens, der synthetisch
nicht nachgebildet werden kann. Neben
der Beschaffenheit
der Rohware
entscheidet
die Art der Gerbung über
die Qualität und die Eigenschaften
des ledernen
Endprodukts:
Festigkeit,
Dehnbarkeit,
Wasserverträglichkeit,
und auch die Eigenschaften
der Oberfläche
wie Härte oder
Geschmeidigkeit
werden maßgeblich
vom Gerbverfahren
bestimmt. Die
traditionellen Gerbverfahren
sind uralt;
sie lassen sich nach den bestimmenden
Gerbstoffen
in drei Gruppen
teilen:
Die Loh- oder Rotgerbung erfolgt mit
pflanzlichen Stoffen (Extrakten aus Rinden,
Hölzern, Blättern und Früchten)
und wird bei schweren Rinderhäuten
angewandt. „Lohgare“ führt zu einem
sehr festen, langlebigen
und robusten
Leder, das durch Gebrauch seine
Patina
erhält.
Die Sämischgerbung arbeitet mit Fett
und Tranen und wird vor allem auf
Hirsch-, Reh-, Schaf- und Ziegenhäute
angewandt. Sämischgares Leder ist
ungemein weich, von fast wollartiger
Beschaffenheit
und kann ohne Schaden
vielfach gewaschen werden.
Bei der Alaun- oder Weißgerbung,
einer
mineralischen Gerbung, wird
Alaunstein verwendet; sie wird vor allem
bei Kleintierfellen
angewandt und
führt zu einem hellen Leder von großer
Weichheit.
Die Chromgerbung, ebenfalls mineralisch,
ist dagegen jüngeren Datums.
Sie wurde im 19. Jahrhundert eingeführt,
arbeitet mit Chrom- und anderen
mineralischen Salzen und hat den Vorteil
sehr kurzer Gerbzeiten. Das Ergebnis ist ein leicht zu verarbeitendes, sehr
geschmeidiges, weiches, tuchartiges
Leder, wie es heute
beliebt ist.
Dies alles wäre noch übersichtlich,
wenn es dazwischen nicht eine ganze
Reihe
modernisierter und kombinierter
Varianten
der Loh-, Sämisch- und
Alaungerbung gäbe, bei denen die
Gerbzeiten
durch mechanische und
chemische Mittel deutlich verkürzt
werden.
Wir folgen bei unseren Lederwaren
folgender
Terminologie:
– mineralisch gegerbtes Leder nennen
wir chromgegerbt.
Mit pflanzlichen Gerbstoffen hergestellte
Leder werden allgemein als vegetabil
gegerbt
bezeichnet. Sie entstehen in
Faßgerbung,
Grubengerbung oder Altgrubengerbung,
die – in dieser Reihenfolge
– mit steigendem Zeitaufwand immer
festere und zähere Leder hervorbringen.
Wir nennen:
– pflanzlich im rotierenden Gerbfaß gegerbte
und daher relativ weiche Leder
mit vergleichsweise kurzer Gerbzeit
vegetabil gegerbt;
– das in der besonderen Form der
vegetabilen
Gerbung im sogenannten
Farbengang (einem System
von 6 bis 12 mit Lohbrühe gefüllten
Gruben) gegerbte Leder grubengegerbt;
– und das wirklich in vielen Monaten
in der Grube lohgegerbte Leder
altgrubengegerbt.
Für unser Lederwarensortiment verwenden
wir (mit wenigen Ausnahmen)
vegetabil gegerbtes, grubengegerbtes
und (in einem Fall) sämischgares
Leder. Es stammt zum größten Teil
aus deutschen Gerbereien.
Hier, im
Heimatland
der weltweit in hohem
Ruf stehenden Gerberschule
Reutlingen,
behalten noch einige Gerber die
traditionellen,
langwierigen Gerbverfahren
bei und besetzen damit eine
kleine Marktnische.
Viele unserer Taschen und Kleinlederwaren
sind Eigenentwicklungen.
Gemeinsam
ist allen Produkten
die Auswahl
robuster Leder und der Rückgriff
auf sattlertypische, auf Haltbarkeit
zielende Techniken.
enthält kein Produkt.
3,90 Euro