Korpus und Kurbel aus hammerschlaglackiertem
Aluminiumdruckguß.
Walzen massiver Stahl. Montiert auf eine
Schichtholzplatte, die ihrerseits z.B.
mit einer Zwinge an einem (Werk-)Tisch
fixierbar ist.
Walzenbreite 12 cm.
H 18 x B 30 x T 18 cm. Gewicht 2,9 kg.
Revoluzzer a.D.
„Mehr als das Gold hat das Blei die
Welt verändert“, vermerkt Georg Christoph
Lichtenberg in seinen Sudelbüchern,
„und mehr als das Blei in der
Flinte das im Setzkasten.“ Eine Druckpresse
ist demnach mit Gold nicht aufzuwiegen
– und eine starke Waffe war
sie, schon längst bevor mit Bleilettern
hantiert wurde: Die ersten revolutionären
Druckerzeugnisse waren Holzschnitte,
Wiegen- und Einblattdrucke.
Womöglich ist auch diese Presse
kampferprobt. Heute nur noch als eine
Art Liebhaberei in kleiner Stückzahl bei
einem Offenbacher Hersteller von sonst
weitaus größeren Pressen produziert,
kam sie vor einigen Jahrzehnten – vielleicht
ja auch als Flugblattpresse in
studentenbewegten Zeiten – noch häufiger
zum Einsatz. Beim Hersteller wird
sie ganz zivil als „Postkartenpresse“
geführt, bedruckt jedoch auch etwas
größere Formate.
Muskelkraft als Druckertreiber.
Bis sie das in gewünschter, gleichmäßiger
Druckqualität tut, ist allerdings etwas
Übung erforderlich. Erst wird die
Druckvorlage (etwa ein Linolschnitt
oder eine vorgefertigte Druckschablone
aus Holz oder Pappe) auf dem aus einer
verzinkten Stahlplatte gefertigten
Drucktisch plaziert und von vor- und
nachlaufenden bzw. rechts und links
daneben laufenden Abschnitten gleicher
Materialstärke eingerahmt (in der
Praxis erweist sich dabei ein die Druckvorlage
umfassendes Passepartout als
nützlich), sodann der Druckträger (etwa
eine Briefkarte) aufgelegt. Nun sind Sie
als „Druckertreiber“ gefragt. Die Handkurbel
setzt die Unterwalze in Bewegung
und führt Vorlage und Druckträger
zwischen Unterwalze und federnd
gelagerter Oberwalze hindurch. Der
Anpreßdruck kann durch Schrauben
mit Sterngriffen variiert werden, so daß
sich nach einigen Probedrucken bald
die optimale Druckstärke herausstellt.
Der Vorteil des Drucks mit der Presse
wird beim Drucken kleiner Serien offenbar.
Die Möglichkeit, den ermittelten
geeigneten Anpreßdruck bei jedem
Druckvorgang zu reproduzieren, trägt
erheblich zum Erzielen gleichbleibender
Druckergebnisse bei.