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Milchkaffeeschale Keramik


Bestellnummer:  59495

Preis:  19,80 Euro

Verfügbarkeit
vorrätig, Lieferung in 6-7 Tagen

Produktinformation – Milchkaffeeschale Keramik

Dekore von schmückender Einfachheit in Blau, Grün oder Rosé.. Die Schalen gibt es in zwei Größen, mit dem ausgearbeiteten Standfuß, dem „pied douche“, entspricht ihre Form dem im 19. Jahrhundert in Frankreich typischen Bol.

Klein.
Volumen 400 ml. Höhe 7,5 cm, Ø 14 cm. Gewicht 250 g.

Groß.
Volumen 700 ml. Höhe 9 cm, Ø 15,5 cm. Gewicht 370 g.

Typisch französisch.

Eine Lothringer Fayencerie mit 250jähriger Geschichte stellt diese Kaffeeschalen her. Daß es sie überhaupt noch gibt, ist wohl ein Ergebnis besonderer Beharrlichkeit – von 120 Mitarbeitern sind dem Betrieb inzwischen nicht viel mehr als ein Dutzend geblieben. Von Hand mischt man zum Beispiel die Farben an, und in Handarbeit sprühen die Porzellanmalerinnen diese auch auf und sind währenddessen auf ihr ganzes Augenmaß angewiesen. Sie gebrauchen für diese Arbeit lose aufliegende Schablonen, die eine dezente Unschärfe im Farbauftrag produzieren.

Nichtalltägliches für den Alltag.

In Lunéville wird seit 1730 Fayence hergestellt. Von Beginn an machte der Ort sich einen Namen, und jeder, der es sich leisten konnte, schmückte sich mit der edlen, weiß deckend glasierten und bunt bemalten Keramik. Später erfolgte der Zusammenschluß mit benachbarten, jüngeren Manufakturen wie Saint-Clément und Niderviller „Faïences et Cristal Fins – Manufactures royales“, das Sortiment wurde um erschwingliches Alltagsgeschirr und um Glas erweitert. Die Herzöge und Könige kamen und gingen – und blieben schließlich ganz fort. Das Schloß von Lunéville, auch „Le petit Versailles de Lorraine“ genannt, erlitt 2003 bei einem Brand großen Schaden, von dem es sich bis heute zu erholen versucht.
Auch an den langgestreckten Werkshallen des lothringischen Meisters der „arts du feu“ in Saint-Clément hat die Zeit sichtbare Spuren hinterlassen. Trotz vieler Widrigkeiten blicken die Mitarbeiter der Produktionsstätte Faïencerie de Lunéville-Saint Clément et Niderviller, welche sich, gute zwei Zugstunden entfernt von Paris, 30 Kilometer von Nancy befindet, voller Hoffnung in die Zukunft. Als Zeichen ihrer beispielhaften Kunstfertigkeit verschmelzen sie jeden Tag aufs neue Tradition und Moderne miteinander wie zwei Glasurschichten.

Ein Ort. Von Gegensätzen geprägt.

Zweimal im Jahr präsentiert sich die Fayencerie auf den großen Fachmessen. Hier werden vorwiegend die üppigen Klassiker inszeniert, mit denen Lunéville in der Welt wahrgenommen wird. Service mit Jagdszenen und floralen Mustern, Tischskulpturen und Tierfiguren. Ganze Geschichten, die mit reich verziertem Dekor auf Servierplatten und Schmucktellern erzählt werden, Übertöpfe in Art Déco und neoklassizistischer Formsprache. Neben Besuchern und Händlern kommen auch freie Keramikmaler an den Stand. Sie präsentieren ihre Mappen in der Hoffnung, daß das international renommierte Traditionshaus sich für einen ihrer Entwürfe interessiert. Dieser großen Aufmerksamkeit steht ein seit Jahren rückläufiger Absatzmarkt gegenüber. Speziell in Mitteleuropa ist seit der Finanz- und Wirtschaftskrise zu Anfang des neuen Jahrtausends ein starker Einbruch zu verzeichnen. Von knapp 100 Mitarbeitern habe man sich seither trennen müssen, berichtet die freie Vermittlerin der Manufacture, Anneliese Haeckler. Natürlich hofft sie, der Markt werde sich schon bald erholen und dem Ende dieser Phase könne ein neuer Aufschwung folgen. Für 2014 ist die Teilnahme an Messen in Rußland und Japan geplant, hier genieße sorgfältig und qualitätsvoll gefertigte Keramik noch eine andere Wertigkeit, vermutet Anneliese.

Von Generationen getragen.

Die meisten der 19 noch aktiven Mitarbeiter haben ihr Handwerk von den Eltern gelernt, und diese von ihren Eltern. Wenn Region, Mensch und Handwerk so eng miteinander verwoben sind, bedarf es einer guten Portion Pragmatismus, sich nicht von dem Staub in den weitläufigen Hallen schlucken zu lassen.
Auch dieses Kunststück gelingt. Die Brennöfen laufen, und mit 4.000 ist die Anzahl der Modelle und Formen nahezu unverändert hoch. Durch gut zehn Hände geht jedes Stück vom Guß über die einzelnen Brenn- und Glasurvorgänge. Neben der kunsthandwerklichen Ausgestaltung der einzelnen Stücke läßt die Präzision des Herstellungsprozesses auch erkennen, wie routiniert die Arbeitsabläufe an große Bestellmengen angepaßt sind.

Von Gestaltung geleitet.

Besonders angetan haben es uns bei unserem Besuch wieder die Schlichtheit und Haptik der traditionellen Bols. Allein diese Schalen zu halten ist eine genußvolle Handlung. Der Moment konzentrierter Fertigung und Ruhe scheint ihnen, gleichsam einer dritten Glasur, eingebrannt.
Die von uns ausgewählten Muster, in diesem Falle das Schachbrettmuster „Damier“ und das Muster „Brocante“, finden sich normalerweise auf Bols ohne Standfüßchen. Zu unserer Freude erklärte die Manufaktur sich bereit, die beiden Muster auf die Bolform mit dem „pied douche“ zu übertragen. Hierfür wurden die entsprechenden Schablonen, die traditionell per Hand aufgelegt und mit denen die Farben aufgetragen werden, in ihrer Paßform leicht angeglichen, et voilà.
„Brocante“ bedeutet Antiquitäten oder Trödel. Und tatsächlich fielen uns die Bols beim Durchstöbern der Hallen fast zufällig ins Auge, sie waren längst nicht so prominent plaziert wie die eingangs erwähnten Prunkstücke des Hauses. Inmitten der reichen Form-, Farb- und Ideenvielfalt hat uns ihre zurückgenommene, klare Gestalt ganz besonders überzeugt. Noch einen weiteren Schatz haben wir für Sie aus der überbordenden Fülle geborgen: einen Milchkrug. In seiner Formsprache ist er ebenso Teil des ästhetischen bürgerlichen Aufbegehrens gegen die Feudalherrschaft im 19. Jahrhunderts wie Ausdruck funktionaler Schlichtheit.

Schlußpunkt? Vom Rätsel der Farben.

Die klassischen Fayence-Farben Rot, Blau und Grün sind seit jeher fester Bestandteil traditioneller Alltagskeramik, schon aufgrund ihrer guten Eignung für die hohen Temperaturen beim Brennen. Daß mit ihrer Verwendung symbolische Aufladungen und Zuschreibungen einhergingen, haben wir im Gespräch mit Mitarbeitern der Produktionsstätte interessiert zur Kenntnis genommen und uns auf die Suche nach ihrer Bedeutung gemacht. Zeigte man mit der Verwendung rot glasierter Keramik seine katholische Gesinnung und drückte mit der Entscheidung für blaues Geschirr seinen protestantischen Glauben aus? Oder sind in der Entscheidung für bestimmte Farben Anspielungen enthalten, die Rückschlüsse auf die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Ständen und Zünften zulassen? Spielten zu Revolutionszeiten wiederum bekannte farbsymbolische Zuschreibungen wie Aufbruch, Kampf und Dramatik (rot) – im Gegensatz zur Treue, Freundschaft und Beständigkeit (blau) eine Rolle?
Und wie verhielt es sich in einem stark landwirtschaftlich geprägten Frankreich, in dem die industrielle Revolution vergleichsweise spät Einzug hielt, mit der Farbe Grün, mit der gemeinhin Hoffnung assoziiert wird?
Auch Gespräche mit Keramik-Experten brachten bisher keine eindeutigen Antworten. Wäre es möglich, daß sich all diese Mythen und Spekulationen fortpusten lassen wie Milchschaum und die Käufer mit ihrer Entscheidung für bestimmte Farben doch rein ästhetische Präferenzen ausdrückten? Ideen und Hinweise, die zur Lösung dieses Rätsels beitragen können, nehmen wir dankbar entgegen. Bis es soweit ist, lassen wir uns gern von der gradlinigen Unaufgeregtheit des Herstellers anstecken.

Die Bewertung unserer Kunden – Milchkaffeeschale Keramik

(3)
  • MMMMM 20.03.2012 anonym

    8 von 11 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

    fein gearbeitete Qualität

    Die Entscheidung ist auf diese Keramikwaren gefallen, weil sie einen legere Wohlfühloptik unterstreicht, die aber trotzdem einer inneren Eleganz wahrt. Welche Schüssel kann denn heute noch einen Sockel für sich beanspruchen? Diese leuchtenden Handglasuren zu erwerben heißt heute ebenfalls, sie für die stilkundige Nachwelt zu retten. Diese Keramikarbeiten überzeugen nach eingehender Betrachtung mit einem samtigen Schein unter der glänzenden sorgfältigen Glasur. Porzellan ist natürlich sprungfester, dennoch verdienen Keramikwaren einen Platz auf Augenhöhe.

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  • MMMMM 16.11.2011 anonym

    11 von 11 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

    Schön, schlicht, stylisch

    super schöne Kaffeeschale, die gut in der Hand liegt. Unsere Schalen schauen immer noch wie neu aus, obwohl sie täglich im Einsatz/Geschirrspühler sind.

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  • MMMMM 28.02.2010 anonym

    7 von 16 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

    Original französisches bol à café für Nostalgiker/innen

    Diese Schale ist sehr authentisch und für jene geeignet, die zwar nicht von gestern sind, aber ein Auge für Authentisches haben. :-)

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    Kommentare zu dieser Bewertung lesen (1)

    • 26.04.2012 von Theresa Hardtmann

      Ich bin begeistert!

      Es werden Erinnerungen wach! Gute alte Zeiten! Ich benütze sie jeden Tag!

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