8 Kugeln, mit Samen von 25 verschiedenen
Wildblumen.
Gärtnern wie die Göttin in Griechenland.
Gewiß, man kann seinen Garten auch nach den strengen Regeln des Barock gestalten: Dann stehen die Primeln farblich sauber sortiert in Reih und Glied, am Beetende jeweils von streng symmetrischem Gesträuch flankiert und von putzsauberen Gartenwegen aus feingeharktem Kies in ihre Schranken verwiesen – ein Paradies für geometrisch ambitionierte Mathematiker und gärtnernde Mandalamaler. Flora, die Göttin der Blumen, arbeitete bekanntlich anders. Zog sie im Frühling durchs Land, so sproß der Sage nach bei jedem ihrer Schritte Grün unter ihren
Füßen hervor. Nirgends aber ist beschrieben, daß sie ihre Arbeit im kontrollierten Marsch mit präzise festgelegter
Schrittweite erledigt hätte.
Floristische Aleatorik. Vom Nutzen des Zufalls.
Unsere Samenbälle sind daher ein Hilfsmittel, den offenkundig seit mythologischer Zeit für die floristische Arbeit wichtigen Zufall wieder zu seinem Recht kommen zu lassen. Nehmen Sie sie aus der Verpackung, schreiten Sie möglichst absichtslos in Ihrem Garten auf und ab und lassen Sie beizeiten den einen oder anderen davon aus
Hand oder Tasche gleiten. Vielleicht treten Sie ihn noch etwas ins Erdreich. Dann heißt es warten. Aber bald schon werden Sie Ihre eigenen, sozusagen göttergleichen Schritte im Garten wiedererkennen – daran, daß dort auf kleinem Fleck alles in Blüte steht.
Heimliche Stadtbegrünung (nebst juristischem Rat).
Samenbälle wie diese stammen aus der neuerlich immer stärker in Erscheinung tretenden Szene der Garten-Guerilla. Dabei handelt es sich um pflanzenliebende
Zeitgenossen, die mit ihrer Hilfe städtische Brachflächen, Gehwege und Verkehrsinseln verschönern und in manchen Städten sogar schon sichtbar Zeichen setzen. Wir verfolgen das mit Interesse, ja, durchaus mit Sympathie. Sollten Sie jedoch ähnliche Absichten
mit unseren Exemplaren hegen: Unser Hausjurist rät uns dringend, Ihnen dringend zu raten, sich beim möglichst absichtslosen Auf- und Abschreiten in Ihrem Garten bloß nicht auf städtisches Gelände zu verirren. Was ja passieren
könnte – absichtslos.