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Gartenjahr

Gründüngung aussäen

Die Bodenverbesserung mit Hilfe grüner Pflanzen – die sogenannte Gründüngung – ist eine sehr alte Düngemethode. Mit umfassender positiver Wirkung auf die Bodenstruktur, das Bodenleben und nicht zuletzt die darauf angebauten (Nutz-)Pflanzen. Eine Gründüngung kann fast das ganze Jahr über ausgebracht werden, immer dann, wenn Beetflächen sonst nicht genutzt und brachliegen würden. Im März und April empfiehlt sie sich als optimale Vorkultur für Beete, die erst im Mai mit frostempfindlichen Blumen oder Gemüsepflanzen belegt werden.

Es wird benötigt:

  1. Saatgut: Gründüngungspflanzen in geeigneter Mischung, je nach Anwendungsziel (tiefwurzelnde, wenn verdichteter Boden gelockert werden sollen; Leguminosen, wenn ein zusätzlicher Stickstoffeintrag erwünscht ist; Kreuzblütler nur dann, wenn im Garten keine Kohlhernie vorkommt).
  2. Werkzeug: Rechen, Kultivator oder Handegge. Zubehör: Sammelgefäß für Unkraut und Steine, gegebenenfalls Vlies- oder Netzabdeckung zur Vogelabwehr.

Die Vorteile der Gründüngung

  • Als Vor- oder Zwischenkultur auf abgeernteten oder noch nicht genutzten Beeten sorgt ein dichter Pflanzenteppich dafür, dass diese ansonsten brachliegenden Flächen wie mit einer Mulchschicht bedeckt und somit vor Erosion durch starke Niederschläge geschützt sind. Die Verdunstung wird minimiert und das Aufkommen unerwünschter Wildkräuter unterdrückt.
  • Das ausgedehnte Wurzelwerk der Gründüngungspflanzen lockert und durchlüftet den Boden, reichert ihn mit organischer Masse an, unterstützt die Humusbildung und verhindert das Auswaschen von Nährstoffen aus dem Boden.
  • Das Wurzelwerk der Leguminosen (z.B. Wicke, Lupine, Erbse, Ackerbohne, Klee) ist außerdem dazu in der Lage, in Symbiose mit bestimmten Bodenbakterien in sogenannten Wurzelknöllchen Stickstoff zu sammeln. Diese Pflanzen sollten nur oberirdisch entfernt werden (Abmähen oder über Winter abfrieren lassen), so dass ihre Wurzeln samt Stickstoffdepot der folgenden Kultur als wichtiger Dünger zur Verfügung stehen.
  • Der Pflanzenteppich bewirkt durch die Beschattung des Bodens einen Ausgleich stärkerer Temperaturschwankungen. Zugleich wird der Aufprall von Regentropfen gedämpft und damit einem Verschlämmen und Verkrusten der Bodenoberfläche entgegengewirkt.
  • Die Lebensbedingungen des Bodenlebens werden somit deutlich verbessert. Diese Kleinstlebewesen sind maßgeblich am Aufbau der Bodenkrümel beteiligt; Voraussetzung für die angestrebte Krümelstruktur, die einen gesunden, stabilen Boden auszeichnet. Durch den Anbau von tiefwurzelnden Pflanzen wie Lupine oder Ölrettich können sogar Verdichtungen im Unterboden bekämpft werden.

Tiefe Bodenlockerung mit dem Sauzahn

Den Boden durchziehen, Unkraut und Steine entfernen

Den Samen breitwürfig ausbringen

Gründüngung im Hausgarten

Im Hausgarten ist zu beachten, ob eine Gründüngungsmischung Kreuzblütler wie Senf, Raps oder Ölrettich enthält. Diese Pflanzen haben zwar den Vorteil, sehr schnell zu wachsen, würden aber auf Beeten, auf denen regelmäßig Kohl (ebenfalls ein Kreuzblütler) angebaut wird, die Ausbreitung der Kohlhernie – eine bodenbürtige Krankheit, die die Wurzeln von Kohlpflanzen befällt – fördern. Da die Erreger viele Jahre im Boden überdauern, kann die Kohlhernie nur durch eine ausreichend lange Anbaupause von Kohlgewächsen "bekämpft" werden.

Anleitung: Gründüngung aussäen

  • Die Fläche abrechen oder mit Kultivator oder Handegge durchziehen. Dabei größere Steine absammeln und Unkräuter entfernen.
  • Den Samen breitwürfig auf der Fläche ausbringen.
  • Die auflaufende Saat gegebenenfalls vor Vogelfraß schützen.
  • Wurde schon vor der Frostperiode eine nicht-winterharte Gründüngung wie z.B. Phacelia ausgebracht, können die Pflanzenrückstände jetzt entweder als Mulchschicht auf der Bodenoberfläche verbleiben oder sie werden untergearbeitet.