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Messer & Zubehör

Solinger Messer – scharf gemacht

Solinger MesserSolinger Messer

Solinger Messer sind weltbekannt. Ohne sie würde wohl kaum jemand außerhalb Deutschlands überhaupt von der Existenz der Stadt wissen. Deshalb zu schlussfolgern, dass es die Messer waren, die Solingen einen Platz in den (kulturhistorischen) Geschichtsbüchern gesichert haben, wäre allerdings zu kurz gedacht. Denn ohne die geografischen Anlagen der Region hätte es die lokale Messerherstellung – und darunter vor allem die Kunst des Schleifens – wohl nie zu der Führungsrolle gebracht, die sie heute innehat.

Solinger Messer bei Manufactum

Alles im Fluss. Wie die Messer nach Solingen kamen.

Unzählige Wasserläufe, Erzvorkommen und die Nähe zu Köln als wichtigem Handelsplatz – drei Punkte, ohne die Solingen niemals zu dem geworden wäre, was es heute ist: ein weltweit geschätztes Zentrum der Messerkunst. Aus gutem Grund ist es daher auch nicht der Begriff „Solinger Messer“, der geschützt ist, sondern die Herkunftsbezeichnung „Solingen“ an sich: Erst die geografischen Bedingungen ermöglichten die heute immer noch bestehende Kompetenzkonzentration, mit der sich Solingen den Beinamen „Klingenstadt“ erarbeitete.

Bereits Mitte des 12. Jahrhunderts, als Solingen noch als Dorf firmierte, wurden an den Läufen der Wupper und ihrer Nebengewässer Klingen gefertigt. Schnell etablierte sich aufgrund der unterschiedlichen Standortanforderungen der verschiedenen Herstellungsschritte eine stark ausgeprägte Arbeitsteilung: Es gab Schmiede, es gab Härter, es gab Schleifer und schließlich die für die Montage zuständigen Reider. Während sich Härter und Reider relativ anspruchslos in kleinen Werkstätten oder Hofschaften auf den Höhenrücken der Stadt versammelten, entstanden die Arbeitsplätze der Schleifer in den tiefergelegenen Bach- und Flusstälern. In sogenannten Schleiferkotten schärften die Handwerker Schwerter an mit Wasserkraft betriebenen rotierenden Schleifsteinen. Ohne Wasser kein Leben, heißt es. Für die Schleifer von Solinger Klingen hingegen lautete der Spruch: Ohne Wasser keine Arbeit.

Waren es zunächst ausschließlich Waffen, die in Solinger Werkstätten produziert wurden und die bald in allen Herrscherhäusern der umliegenden Lande einen hervorragenden Ruf genossen, entwickelte sich mit der Zeit auch eine florierende Schneidwaren- und Besteckindustrie in der mittlerweile als Freiheit firmierenden Kleinstadt im Bergischen Land. Kein Wunder: Nicht nur die Anforderungen an die Herstellungsbedingungen waren äquivalent, auch die bereits ausgebildeten Fähigkeiten der lokalen Handwerksmeister bildeten beste Voraussetzungen. Im Bewusstsein der eigenen Qualitätsstandards erwirkten die beteiligten Zünfte im Jahr 1571 ein „Messermacher-Privilegium“ und damit einhergehend den Ursprungshinweis „Me fecit Solingen“ – ein Prädikat, das die Solinger Messer bereits im Mittelalter fest im Bewusstsein der Käufer verankerte.

Solinger Messer – Spezialisierung als Wettbewerbsvorteil.

Was durch die räumlichen Gegebenheiten natürlich gewachsen war, erwies sich für die Solinger Messer in der Folge als echter Gewinn, denn die arbeitsteilige Herangehensweise brachte wahre Spezialisten der einzelnen Disziplinen hervor. Die Spezialisten fertigten gute Messer. Gute Messer erzeugten einen guten Ruf. Der gute Ruf führte zu einer erhöhten Nachfrage. Und die erhöhte Nachfrage steigerte die Attraktivität des Standortes Solingen für Messermacher weit über die Grenzen der Stadt hinaus. So ergab es sich, dass im Laufe des 16. Jahrhunderts ein wahrer Strom an Handwerkern gen Solingen zog und die Aggregation von Wissen und Können in der Region noch einmal verstärkte. Bis zu hundert Schleifer arbeiteten parallel in den Kotten an den Solinger Bächen und die Zahl der Kotten stieg im 17. Jahrhundert ebenfalls auf eine dreistellige Zahl an: Die Blütezeit der Solinger Messer war gekommen.

Die Dinge schleifen lassen.

Die Solinger Messer auf ihren Schliff zu reduzieren wäre eine fatale Herabsetzung der anderen beteiligten Handwerker. Nichtsdestotrotz ist es bis heute vor allem die herausragende Schnitthaltigkeit – das heißt: der Zeitraum, über den ein Messer seine Schärfe behält – und die Ausführung der Schleifarbeiten an sich, die den Ruf der Solinger Messer durch die Jahrhunderte geformt haben. Die Schleifkotten sind mittlerweile längst Geschichte, die Arbeit des Schleifers jedoch ist weiter von hoher Relevanz für die Qualität jeder Klinge. Auch wenn Schleifmaschinen schon lange den Weg für eine massenhafte Produktion in der Messerbranche geebnet haben, lässt sich die Handarbeit eines qualifizierten Schleifermeisters weiterhin nicht ohne Qualitätseinbußen ersetzen. Traditionelle und aufwendige Techniken wie der Solinger Dünnschliff, der Kesselsche Walkschliff oder das Feinschleifen in den Stadien des Pließtens und Blaupließtens sind zwar selten geworden, aber sie sind es, die den Unterschied zwischen einem Messer und einem guten Messer ausmachen. Einem Solinger Messer eben. Und das gilt auch heute noch.

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